Erste Studien
H15 - erste erfolgreiche Studienansätze ergeben Ödemreduktionen und ansatzweise Tumorrückbildungen!

Behandlung des Hirnödems mit Boswellia Serrata
Vortrag von Dr. Nestler während des 24. Hirntumor- Informationstags 2009 in Würzburg
- eine
Aktion der Deutsche Hirntumorhilfe e. v. aus D-04229 Leipzig, Karl-Heinestr. 27


Würzburg
24. Hirntumor - Informationstag - Würzburg am Main

 

Dosierung der Boswelliasäuren im Menschen mit den derzeit auf dem Markt erhältlichen Präparaten nur schwer zu erreichen ist. In Zusammenschau der Laborergebnisse mit den bisher verfügbaren klinischen Daten ergibt sich also ein nachweisbarer Effekt der Boswelliasäuren auf das Hirnödem, ohne dass eine Beeinflussung des Tumorwachstums oder der Überlebenszeit bei Patienten gesichert werden konnte. Zunächst wird es erforderlich sein, die Frage der Verteilung der Wirkstoffe im menschlichen Körper zu untersuchen und Medikamentenzubereitungen zu entwickeln, die es erlauben, eine ausreichend hohe Dosis im Gehirn zu erreichen. Therapie- empfehlung Entsprechend sollte eine Weihrauchtherapie folgendermaßen aufgebaut sein:

 

Als Therapieempfehlung gilt eine Dosierung von 4 x 1600 mg (z. B. 4 x 4 Tabletten H I5) am Tag. Dies sollte in Ergänzung zur Cortisonbehandlung erfolgen, gegebenenfalls kann durch die Weihrauchwirkung die Dosis des Cortisons verringert werden, um dessen Nebenwirkungen zu vermeiden. Eine gemeinsame Einnahme von Cortison und Weihrauchpräparaten ist möglich, die Therapieeffekte zielen in eine gemeinsame Richtung. Auch die Einnahme von Boswelliasäuren während Bestrahlung oder Chemotherapie hat keine nachteiligen Folgen, spezielle Nebenwirkungen oder Komplikationen hierbei sind nicht bekannt.
Nebenwirkungen der Boswelliasäure-Therapie Weihrauchzubereitungen sind sehr gut verträglich, Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, insbesondere Cortisonpräparaten sind selten. Beschrieben wurden im Tiermodell Auswirkungen auf den Leberstoffwechsel mit einer Verfettung der Leber. Beim Menschen stehen eher allgemeine Nebenwirkungen wie Unwohlsein oder Juckreiz im Vordergrund. Neben Übelkeit und Erbrechen wurden Durchfall oder Blähungen beobachtet, selten wurden Hautrötungen bekannt. Bei Überdosierung der Boswelliasäuren kann es zur Schädigung der Nieren kommen.

Die wohl einfachste Art, einen Überblick bezüglich des internationalen H15-Angebots und der verschiedenen Preiskategorien zu erhalten, bietet das Internet. Suchbegriffe wie H15, Weihrauch und Boswellia führen meist zum Erfolg. Ein gutes Präparat erkennt man daran, dass angegeben wird, wie hoch der Inhalt an Boswelliasäuren ist. Hier sollte man die höchstmögliche Konzentration wählen. Für den Gebrauch in Forschungslaboren ist es möglich, die verschiedenen Boswelliasäuren in Reinform zu erwerben. Diese liegen meist in Kristallform vor und werden vor dem Experiment zubereitet.
Theoretisch ist es also denkbar, dass in Zukunft auch andere Weihrauchpräparate (nicht nur Tabletten) verfügbar sind und dass mit diesen höhere Wirkspiegel im Blut erreicht werden können. Hierzu sollten in Studien aber noch die derzeit erreichbaren Wirkspiegel bestimmt und mit den für einen Therapieeffekt notwendigen Werten verglichen werden. Schließlich werden die Probleme der Medikamentenherstellung und der Handhabung im täglichen Gebrauch zu lösen sein. Nicht zuletzt müssten dann noch die Krankenkassen und Zulassungsbehörden vom Nutzen der Substanz überzeugt werden.

 

Laufende Studien
Nachdem in den letzten Jahren die Pilotstudie zum Gehirnödem und die Überlebenszeitstudie zunächst im Tiermodell und dann mit Patienten durchgeführt wurde, läuft derzeit an der Universität Gießen eine Beobachtungsstudie zu den Wirkspiegeln der Boswelliasäuren im Blut. Patienten, die seit längerem ein Weihrauchpräparat erhalten, wird Blut vor und nach Einnahme des Medikaments entnommen. Zum einen untersucht eine medizinische Doktorandin die Auswirkungen von Boswelliasäuren auf die Funktion der weißen Blutkörperchen, zum anderen wird in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker der Gehalt von Boswelliasäuren im Blut ermittelt.
Die Blutwerte von freiwilligen Probanden nach Einnahme von täglich 4 Tabletten H I5 lagen im Bereich von 100 µg/ml Keto-Boswelliasäure (KBA). Bei Patienten, die langjährig Weihrauchpräparate einnahmen, lag der Wert für KBA bei 50 µg/ml im Blut, Acetyl-Ketoboswelliasäure (AKBA) ließ sich nur in sehr geringen Mengen finden. Aus diesen Werten ist zu vermuten, dass KBA der Hauptwirkstoff der Boswelliasäure ist.
Eine Einschätzung, welcher Prozentsatz der KBA schließlich im Gehirn erscheint und bis zu den Tumorzellen gelangt ist schwierig, da die heutige Datenlage nur spärliche Informationen zur Pharmakokinetik der Boswelliasäure zulässt. Diese Fragen sollen unter anderem mit der Beobachtungsstudie geklärt werden. Die bisherigen Untersuchungen erlauben noch keine wissenschaftlich gesicherten Aussagen, welches Präparat zum Beispiel die verlässlichsten Blutspiegel bewirkt oder welche Blutspiegel bei Langzeitüberlebenden vorkommen.
Freiwillige Probanden, die seit langein schon Weihrauch einnehmen und Interesse daran hätten, ihren Boswelliasäure-Blutspiegel zu erfahren - und nach Gießen zu kommen - sind uns willkommen.


Mit freundlicher Genehmigung von
Dr. med. Ulf Nestler
Neurochirurgie Oberarzt
Universitätsklinikum Gießen, Neurochirurgische Klinik
Klinikstr. 29
35392 Gießen
Tel.: 0641 99-45530
Auszug aus Brainstorm 2 / 2005

 

 

 

 

 

 




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